Vicente de la Serna – Deutsch
Poesie von Vicente de la Serna
CAL Y CANTO
Los penitentes abrieron el ataúd
del hedor histórico
la peste del hombre
la putrefacción que creíamos
enterrada
a cal y canto.
Los ignorantes liberaron los estragos
del pasado,
cagados en los miedos inoculados,
los delirios vendidos por toneladas
por los cabecillas mediáticos
vendiendo en horario prime
los sufirimientos de millones.
Hoy pululan sueltos
lobos fachos, nazis y sionistas
disfrazados de víctimas,
victimizando sus delirios
en la ruleta rusa
de sus buenas intenciones.
Los trumpistas adornan sus crímenes
con sonrisas de televisión,
con luces, publicidad y maquillados relatos,
esos nuevos profetas del exterminio,
corifeos rancios del odio
de peter Thill, masturbando sus obsesiones
en platós plutócratas,
normalizando la crueldad de netanyahu.
Un jurado lobotómico
asiente en masa,
rítmico,
extirpado de empatía
por el vecino de otra piel,
por la fulana que vive su vida
por el que no se uniforma
por el antifa denostado por tal,
la nueva gestapo destierra a tiros
cuerpos ajenos y su añorada ternura
la que antes movía montañas...
dicen.
¡Los miserables han vuelto!
Ametrallando derechos,
metiéndose en tu cama,
decidiendo a qué dioses debes servir
después de su dinero.
¡Los miserables han vuelto!
Vomitando desechos,
en medio de tu vida,
de tu paz, de tu esperanza
esgrimiendo frustraciones como éxitos
sus odios como verdades sacras
decidiendo por ti
a qué dioses debes servir
siempre después de su maldito dinero.
Quiero creer
que la alegría sirve
como la esperanza
cuando el amor parece perdido,
cuando la humanidad se retuerce
en el fango del olvido,
en el placer del dolor ajeno
quiero creer.
Si alguien promete dolor,
necesidades necesarias,
privaciones inevitables,
mira a quién sirve
como la cuenta bancaria
de sus patrocinadores
sus mansiones ofshore
te encontraras patriotas
expatriando hasta tus sueños
esos viejos culiaos de wall street
y su sed insaciable
de guerra y sangre.
Cuatro mil millones
necesitó la tierra para ser tierra.
la humanidad apareció
apenas el último minuto
tiempo que a un fascista le basta
para borrar tu derecho a vivir
destruyendo los sentimientos
primero
antes de acabar contigo y los tuyos
material prescindible
a sus ojos de odio...
a sus ojos de odio
su sadismo histórico...
ALS ERBE
Ich hinterlass als Erbe
das Versteck'n – zum Beispiel – der Verlegenheit,
die meine und die fremde,
das Aufhör'n, den Namen zu errat'n
von der Raket' Israels in Palästina.
Ich hinterlass als Erbe
meine schlaflosen, trunk'nen Nächte,
meine geschloss'nen Bücher,
die Beerdigungen, die ich verpasst hab,
die Militärparade – Gott sei Dank – wo ich nicht war.
Ich hinterlass als Erbe
meine gewonn'nen Lieben, meine verlor'nen auch,
die ewigen Umarmungen, die ich noch schuldig bin der Vergangenheit,
die nutzlosen Schluchzer, die niemals bleib'n,
die zerbrochenen Blumentöpfe, gesprungen, gespalten,
die Stille der Blumen, abgehauen,
wartend auf'n Frühling, der endlich kommen soll.
Ich hinterlass als Erbe den kaputten Stuhl,
den Kuss im dunklen Kino,
das halbvolle Glas,
meine Sichelmonde, die vorbeizieh'n,
die Winde des Septembers, die vorbeiflieh'n,
meiner Mutter „Ich lieb dich“ aus der Vergangenheit,
die verlor'nen Spielzeuge, die ich nicht halten konnt',
die Träume, die ich nie geträumt hab, alt und kalt.
Alles, was ich bin, alles, was ich hab
leg ich in deine Händ', leg ich ins Grab
Alles, was ich war, alles, was ich träum'
hinterlass ich als Erbe, ohne Schrei
hinterlass ich als Erbe, nichts ist, wie es scheint
Ich hinterlass als Erbe
meine Niederlagen in situ,
die Niederlagen, die Tinder versprach,
die Einsamkeit, geteilt mit dem neuen Fremdling,
den bitteren Geschmack des Morgenkaffees.
Ich hinterlass als Erbe
meine religiösen Simulationen,
meine Freuden,
die Abwesenheit des Landes, das ich nie kannt',
die hohlen Freuden, die stillen Signale.
Ich hinterlass als Erbe
die Stimme meines heidnischen Dichters,
den vagen Skeptizismus von Nietzsches Wahl,
die schlecht geborenen Dogmen nach dem Staub,
laut planetarischer Entfremdung und Lust,
in der Stimme von Norah Jones, die singt von Rost.
Ich hinterlass als Erbe
den Skeptizismus meiner Katze und ihr sieben Leben,
das unheilbare Pech, das überlebt,
meine Sommerreflexionen, die vorbeizieh'n,
das „dennoch“, das vor Jahren embargoert wurde,
wie das „ich vermiss dich“, das ich nie zeig',
als ich sie mehr vermisst hab, als sie je wusst'.
Alles, was ich bin, alles, was ich hab
leg ich in deine Händ', leg ich ins Grab
Alles, was ich war, alles, was ich träum'
hinterlass ich als Erbe, ohne Schrei
hinterlass ich als Erbe, nichts ist, wie es scheint
Ich hinterlass als Erbe
meine leeren Vitrinen,
die Morgenröten, die nie kamen,
die ich nie beanspruchen werde,
die antifaschistischen Steine,
den letzten aphonen Vers, den ich nie schreib',
die abgetragenen Kleider, die kein Licht mehr haben.
Ich hinterlass als Erbe
die Straßenkantate,
die Rennen ohne Pferde,
meine Wüstenlandschaften,
die Vulkane meiner ungezähmten Patagonien,
meine Flüche, meine unerwünschten Briefe,
meine guten Piraten, meine unermüdlichen Blasphemien.
Ich hinterlass als Erbe
meine Flüche und mein Fleh'n,
meine guten Piraten, meine Blasphemien im Geh'n,
meine besiegten Triumphe, die nicht gefall'n.
Ich hinterlass als Erbe
meine ignorierten Lieben, die verlor'nen auch,
diejenigen, die nie wuchsen,
wie die stillen Worte, die ich nie kannt',
und diese Verse, die ich ihr
nie wieder schreiben werd'.
Alles, was ich bin, alles, was ich hab
leg ich in deine Händ', leg ich ins Grab
Alles, was ich war, alles, was ich träum'
hinterlass ich als Erbe, ohne Schrei
hinterlass ich als Erbe, nichts ist, wie es scheint
hinterlass ich als Erbe, es ist nicht, wie es scheint
hinterlass ich als Erbe…
Und diese Verse,
die ich ihr
nie wieder schreiben werde.
Kurzbiografie
Herkunft und Werdegang
Vicente de la Serna ist ein Schriftsteller und bildender Künstler chilenischer Herkunft mit Lebensmittelpunkt in Deutschland. Seinen eigenen Worten zufolge begann die Nähe zur Kunst bereits in früher Kindheit in der Atacama-Wüste, inspiriert durch das familiäre Umfeld seines Großvaters – eines Tangosängers – sowie seines Vaters, eines handwerklichen Visionärs.
Politischer Widerstand und Exil
Ab 1984 studierte De la Serna Physik und Naturwissenschaften an der Universidad de La Serena und schloss sich während der Diktatur aktiv dem Widerstand an. Nach Festnahme, Inhaftierung und Verurteilung in Abwesenheit durch die Militärjustiz lebte er jahrelang im Untergrund. Später studierte er Soziologie an der Universidad ARCIS in Santiago de Chile.
Malerei und bildende Kunst
Während der 1980er- und 1990er-Jahre prägte er die Szene im Künstlerviertel Bellavista und stellte regelmäßig aus. Sein facettenreiches Schaffen vereint expressive Bildwelten mit literarischem Tiefgang.
Literarisches Werk
Bekannt ist sein Werk durch den Roman Wenn die Abwesenheiten geboren werden sowie den Gedichtband 24+1 Podcast für van Gogh, welcher 2026 ins Deutsche übertragen wurde. Die Lyrik spiegelt das Zusammenspiel von Erinnerungskultur, Exil, Hoffnung und menschlicher Verwundbarkeit wider.
Vicente de la Serna – Werk und Wirken
Herkunft und Werdegang
Vicente de la Serna ist ein Schriftsteller und Maler chilenischer Herkunft. Seinen eigenen Erzählungen zufolge begann seine Verbindung zur Kunst in seiner Kindheit, als eine Lehrerin eine besondere Qualität in seinen Zeichnungen erkannte. Er wuchs in der Atacama-Wüste auf, in einem familiären Umfeld, das geprägt war von der Gestalt seines Großvaters, einem Tangosänger und Boleristen, und seines Vaters, einem Zimmermann und Träumer, der ihn in seiner künstlerischen Entwicklung unterstützte.
Jugend und historischer Kontext
Ab 1984 studierte er Physik und Naturwissenschaften an der Universität von La Serena. In dieser Zeit, im Kontext der Militärdiktatur in Chile, engagierte er sich aktiv im politischen Widerstand.
1985 wurde er bei einem Protestmarsch von Militärs festgenommen und inhaftiert. Im darauffolgenden Jahr, 1986, wurde er von der Universität verwiesen und von der Militärjustiz in Abwesenheit verurteilt. Fast fünf Jahre lang lebte er mit Haftbefehl. Später konnte er dank eines Stipendiums Soziologie an der Universität ARCIS in Santiago studieren.
Künstlerischer Werdegang
Parallel zu seinem akademischen Leben war De la Serna stets als Maler aktiv. In den Jahren 1987 und 1993 verkaufte er seine Werke in der Galería Casa Azul im Bohème-Viertel Bellavista in Santiago. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, malte er auch Kopien großer Meister wie Dalí, Picasso oder Monet, versah sie jedoch stets mit einem versteckten „R“, um nicht der Fälschung bezichtigt zu werden.
Literarisches Werk
Sein neuestes Werk ist der Roman Wenn die Abwesenheiten geboren werden. Der Autor ist auch bekannt für den Gedichtband 24+1 Podcast für van Gogh, der 2025 im Verlag Las Lolas Editorial erschien. Das Buch ist eine poetische Reise, die Themen wie Erinnerung, die Wunden der Diktatur, Exil, Liebe und Zerbrechlichkeit behandelt. Die Kritik hebt in seinem Werk den Einfluss von Autoren wie Roberto Bolaño, Pedro Lemebel und César Vallejo hervor. 2026 wurde es ins Deutsche übersetzt.